Tea Time Talk 1: Der Wert des Bildes

 
Montag, 02.11.2020

Was passiert, wenn sich ein renommierter Fotograf, eine gestandene Art Buyerin, eine Global Media Asset Managerin eines großen Konzerns und der Geschäftsführer der dpa Picture-Alliance treffen und über den Wertverfall von Fotos, die Preispolitik beim Bildeinkauf und die Zukunft von Fotografie diskutieren?

Moderiert vom Journalisten Florian Sturm, diskutierten vier wichtige Köpfe der Branche zur Tea Time am 20. Oktober 2020:

Florian W. Mueller, Fotograf, BFF Vorstand
Susanne Kastner, Freelance Art Buying/Producer
Gabriele Ruppert, Global Media Asset Management, Osram
Andreas Genz, Geschäftsführer dpa/Picture Alliance

Sehen Sie selbst:

Noch nie war die viel zitierte Fotoflut so groß wie heute.
Kreative, Verlage, Agenturen und Marketingabteilungen können sich immer schneller und immer günstiger aus einem immer größer werdenden Pool an Bildern bedienen und damit ihre Inhalte befüllen.

Aber was macht diese Fotoflut eigentlich mit der Wertschätzung für professionelle Fotografinnen und Fotografen? Wie viel sind Bilder noch wert? Wer bestimmt anhand welcher Faktoren diesen Wert? Und wo liegt die Zukunft in der Fotografie?

Zu diesen Fragen haben die Hamburger Bildbeschaffer zur neuen Veranstaltungsreihe „Tea Time Talk“ vier Speaker aus der Bilder-Branche eingeladen.

Unterstützt wird der Tea Time Talk von der dpa Picture Alliance, die in diesem Monat ihren 18. Geburtstag feiert.

Wir freuen uns auf Ihre Ideen, Anregungen und Feedback!

Schicken Sie uns eine Mail an derwertdesbildes@die-bildbeschaffer.de

Eine der Thesen aus dem Tea Time Talk no.1 zum Thema #DERWERTDESBILDES
Diskutieren Sie mit: #DERWERTDESBILDES auf LinkedIn


#DERWERTDESBILDES - für alle, denen zu diesem Thema auch auf Facebook, Twitter oder Instagram etwas einfällt!

Hier das Transskript der ersten Session unseres Tea Time Talk:

[00:20] Was macht die derzeitige Fotoflut mit der Wertschätzung für professionelle Fotografinnen und Fotografen? Wie viel sind Bilder heutzutage noch wert? Wer bestimmt anhand welcher Faktoren diesen Wert? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die Hamburger „Bildbeschaffer“ seit geraumer Zeit.

[01:20] Moderator Florian Sturm stellt die Gäste vor: Florian W. Müller, freischaffender Fotograf und Vorstand des BFF. Gabriele Ruppert ist beim Unternehmen Osram erste Ansprechpartnerin, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Suche nach Bildern. Auch Sabine Kastner ist als freischaffende Art-Buyerin ständig auf der Suche nach herausragenden Fotografinnen, Fotografen und Bildern, teils im redaktionellen Bereich, größtenteils aber in der Werbung. Und last but not least Andreas Genz, Geschäftsführer der renommierten Bildagentur dpa/Picture Alliance.

[06:35] Leitthema der Diskussion: Der Wert des Bildes. Wonach bemisst sich dieser Wert?

[06:48] Andreas Genz erläutert die Dimensionen und Kriterien, die seiner Meinung nach den Wert eines Bildes ausmachen. „Was den wahren Wert eines Bildes auszeichnet: wenn es bleibt, auch über den Tag hinaus.“

[07:40] Florian W. Müller unterscheidet zwischen dem intrinsischen, persönlichen Wert eines Bildes und dem Wert, der von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Er spricht über den Kampf von Fotografen, die versuchen, die Wertschätzung von Bildern wiederherzustellen bzw. hochzuhalten.

[09:09] Frau Ruppert unterscheidet zwischen dem emotionalen und dem materiellen Wert von Bildern. Aus unternehmerischer Sicht müsse ein Bild für das Unternehmen einen Mehrwert generieren.

[09:45] Susanne Kastner denkt über die Faktoren nach, die ihrer Meinung nach zum Wert eines Bildes beitragen. Einige Bilder erhielten erst zeitlich versetzt einen Wert.

[10:52] Auch Florian W. Müller spricht über Fälle, bei denen Bilder erst nach Jahren in der Schublade Wertschätzung erhalten und wirft einen kurzen Blick auf die Galeristen- und Kunstsammlerszene in Asien.

[13:10] Wie kann ich in digitalen Zeiten den Mehrwert, der sich auch aus dem gesamten Entstehungsprozess des Bildes ergibt (Kreativprozesse, Softskills usw.), gegenüber dem Kunden so kommunizieren, dass ich ein besseres Honorar herausschlagen kann?

[15:50] Wenn der Preis eines Bildes wichtiger ist als die Qualität – warum mehr kommuniziert werden muss, mit welchen Argumenten das Controlling die Preise niedrig halten möchte und was die Bilderflut mit der Wertschätzung zu tun hat.

[23:20] Zwischen Bilderflut und Bilderhunger. Warum es mehr Mut auf Kunden- und Agenturseite braucht, um wegzukommen von 08/15-Bildern.

[26:20] Frau Kastner gibt einen Einblick in unternehmerische Denkweisen: Wie sich wirtschaftlicher Druck auswirkt auf den Umgang mit Fotografenangeboten und Gegenangeboten. Austausch zwischen ihr und Florian W. Müller zu den Auswirkungen des Controllings auf kreative Kreationen. Inklusive mutigem Positivbeispiel aus Singapur.

[30:28] Die Runde diskutiert über den Wertverfall von Bildern und die Gründe der stetigen Abwärtsspirale: von der Bildermasse über Smartphones und unserem veränderten Medienverhalten hin zu mangelnder Kommunikation über den Wert von Bildern. Inklusive kleiner philosophischer Betrachtung des Wortes Wertschätzung.

[33:07] Wie das einzelne Bild durch eine gezielte Bildauswahl wieder an Wert gewinnen kann.

[34:25] Frau Ruppert gibt Einblick in die Arbeit mit der Bilddatenbank im Unternehmen Osram und das sogenannte „Ampel-System“, das Aussagen zu verschiedenen Nutzungsbedingungen der eingekauften Bilder trifft. Es kommt zu einer Diskussion zu den Themen Buy-out, Lizenzen, Nutzungsrechten und dem Urheberrecht von Fotografen.

[40:13] Was sind faire Honorare und wie handhabt es die dpa/Picture Alliance?

[42:02] Trägt die Medienwelt eine Mitschuld an der Krise im Fotojournalismus? Andreas Genz spricht lieber von Herausforderungen. Das Informationsbedürfnis der Menschen verlange nach neuen Geschäftsmodellen.

[43:35] Warum in Zeiten der Wertschätzungskrise mehr miteinander kommuniziert werden muss und wie man dem Fotonachwuchs vermittelt, angemessene Honorare zu verhandeln. Außerdem: Warum der Bilderhunger eine Kulturqualität darstellt.

[51:03] Wunschzettel für die Zukunft: Was wünschen sich die Diskutierenden in den nächsten fünf bis zehn Jahren ganz konkret für die Branche, wenn es um den Wert und die Wertschätzung des Bildes geht?


Veröffentlicht am Montag, 02.11.2020 15:11
Kategorien: Thema des Monats derwertdesbildes

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